Warum klassische Blisterverpackungen schwer zu recyceln sind

Einführung

Blisterverpackungen wirken auf den ersten Blick relativ einfach aufgebaut. Eine transparente Kunststoffform hält die Tablette, während eine dünne Aluminiumfolie das Medikament luftdicht versiegelt.

Tatsächlich ist die Struktur deutlich komplexer. Genau diese komplexe Struktur macht Blisterverpackungen so effektiv beim Schutz von Arzneimitteln — gleichzeitig erschwert sie jedoch das Recycling erheblich.

Die Struktur von Blisterverpackungen

Die meisten pharmazeutischen Blister bestehen aus einem mehrschichtigen Materialverbund. Die Formfolie, die die Kavitäten für Tabletten oder Kapseln bildet, besteht meist aus Kunststoffen wie:

  • PVC (Polyvinylchlorid)
  • PET (Polyethylenterephthalat)
  • Polypropylen.

Zusätzlich können Barriereschichten aufgebracht werden, um den Schutz vor Feuchtigkeit und Sauerstoff weiter zu verbessern. Die Kavitäten werden anschließend mit einer dünnen Aluminiumfolie versiegelt, die als zweite Schutzbarriere dient. Diese Kombination aus Kunststoff und Aluminium schützt Medikamente sehr zuverlässig. Gleichzeitig entsteht jedoch eine Verbundstruktur, bei der verschiedene Materialien fest miteinander verbunden sind.

Warum Recycling schwierig ist

Recyclingverfahren funktionieren am effizientesten, wenn Materialien möglichst sortenrein getrennt werden können. Materialverbunde erschweren diese Trennung erheblich.

Bei Blisterverpackungen sind Kunststoff und Aluminium fest miteinander verbunden. Viele herkömmliche Recyclinganlagen können diese Materialien nicht effizient voneinander trennen. Deshalb landen zahlreiche Blisterverpackungen heute in Abfallströmen, die thermisch verwertet werden. Angesichts der weltweit produzierten Mengen stellt dies eine zunehmende Herausforderung für nachhaltige Verpackungssysteme dar.

Eine wachsende Herausforderung

Mit zunehmender Bedeutung von Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft rücken diese Recyclingprobleme stärker in den Fokus. Regulierungen wie die EU-Verpackungsverordnung PPWR fördern Verpackungssysteme, die besser in bestehende Recyclingstrukturen integriert werden können. Für klassische Blisterverpackungen bedeutet dies einen steigenden Innovationsdruck.